| 06. November 2010
Nicht vor allzu lange her wohnte Gesa.K im Nienburger Raum. Sie wurde bekannt durch das Fernsehen. Seit dem galt sie als absoluter Profi für Border Collies. Ihr Traum war es, einen Treffpunkt für Hunde ins Leben zu rufen. Dies fing Frau K. dann in den Anfängen von 2000 an. Schnell schoss ihr der Ruhm über den Kopf. Eitelkeit und falscher Stolz sollte Ihr zum Verhängnis werden und das Leid der ihr anvertrauten Tiere nahm seinen Lauf.
Die ersten Beschwerden tauchten in Brokeloh auf, wo sie mit dem Tieren mehr als 5 Jahre lebte. Menschen, die sich für das Wohl der Tiere einsetzten mussten mit ansehen, was dort geschah. Hunde wurden in der Toilette eingepfercht oder mit einer 1,5 Meter leine den ganzen Tag im Hinterhof angefesselt.
Die ersten Anzeigen kamen dann auch rasch bei den zuständigen Behörden in Nienburg ein.
Aussagen von 2008 lauteten zum Beispiel:
Zitat: „Viele Jahre habe ich mit Frau K. zusammen gearbeitet. d.h. immer wieder habe ich ihr Hunde geschickt - damals noch nach Brokeloh. Bis ich erfuhr, was schon damals in Brokeloh geschah. Ich habe schon vor ca. 2 Jahren versucht, Türen bei verschiedenen Ämtern, Kreisveterinären (ich arbeite selber in einer Behörde!) einzurennen. Ich habe verschiedene Vereine massiv darauf aufmerksam gemacht, dass man aufhören muss, mit ihr zusammen zu arbeiten. Leier ohne Erfolg damals!“
Die Veterinäre machten damals lediglich terminlich angekündigte Besuche. Dies besagt auch die Stellungnahme vom 04.11.2010. Der genaue Wortlaut:
„Der Landkreis nimmt Anzeigen über tierschutzwidrige Tierhaltungen grundsätzlich zum Anlass, die jeweiligen Tierhaltungen zu überprüfen.
Hierbei sind allerdings die Zutrittsrechte zu Wohnungen stark eingeschränkt. Verweigert der Tierhalter den Zutritt, kann das Betreten lediglich mit Durchsuchungsbeschluss geschehen. Hierzu sind konkrete Verdachtsmomente erforderlich.
Die Hundehaltung von Frau K. wurde wiederholt unangekündigt aufgesucht. Dabei wurde Frau K. anfangs entweder nicht angetroffen oder war verhindert, so dass letztendlich ein Überprüfungstermin vereinbart wurde. Weitere Besuche im Nachgang erfolgten jedoch unangekündigt.“
Es ist interessant, dass dort niemand anzutreffen war, denn die gequälten Tiere und Frau K. waren ja jeden Tag auf der Weide – nicht einmal 3 Km entfernt. Allerdings wurde auch dies den Behörden bei den Anzeigen mitgeteilt. Die Frage, warum da nicht der Zuständige einfach mal um die Ecke gefahren ist, um den Sachen auf den Grund zu gehen, bleibt das Geheimnis der Person. Eine direkte Stellungnahme der prüfenden Person wurde uns gegenüber nicht mitgeteilt.
Eine weitere Aussage bestätigt, dass ein Reingehen in das Gebäude eigentlich nicht nötig war. Der Geruch von Kot und Urin war auch in Brokeloh sehr aufdringlich. Hierzu eine Bestätigung eines Zeugen, der dort über ein Jahr ein und ausging:
„Da konnte jederzeit wenn sie mit den Hunden auf der Weide war jeder reingucken... sie konnte es sich also einfach nicht erlauben dass es dort zu sehr verdreckte. Dennoch war auch da die Hygiene in jedem Zimmer sehr übel.“
Nur die Behörden sahen dies nicht. Kein Wunder, wurde ein Termin eingeräumt, wurde das gesamte Haus Putz rein dargestellt. Bei den sogenannten „unangekündigten“ Besuchen, hätte dieser Zustand festgestellt werden müssen. Selbst Passanten, die am Grundstück vorbei gingen, konnten die Zustände riechen und die Tiere hören.
Die Anzeigen gaben deutlich an, dass dort starke Missstände vorherrschen. Warum wurde kein Tierhalteverbot ausgesprochen?
Hierzu der Pressesprecher: „Die bei dem Vororttermin vorgefundenen Tiere waren in einem guten
Ernährungs- und Pflegezustand. Ein tierschutzwidriges Verhalten, das die Beschlagnahme der Tiere gerechtfertigt hätte, war nicht festzustellen. Im Hinblick auf die beengten räumlichen Verhältnisse stand fest, dass die Halterin sich räumlich vergrößern wollte. Insofern wurde die Zahl der Tiere übergangsweise geduldet, die weitere Aufnahme von Tieren - insbesondere zur Vermittlung - jedoch untersagt.“
Es gab also ein Verbot, das Frau K. Tiere Vermitteln durfte. Ein Blick auf die Webseite, die ebenfalls sehr bekannt gewesen ist, sprach deutlich andere Worte. Fast täglich wurden in der Zeit 2008 bis 2009 Hunde gegen Gebühren vermittelt. Eine Erlaubnis hierfür wurde allerdings auch in Brokeloh nie gegeben. Bedeutet also, dass Frau K. einen gewerblichen Betrieb geführt hatte und das ohne irgendwelchen Gewerbeanmeldungen. Es bedarf nicht wirklich einer großen Rechnerei, dass hier also neben den Tierquälereien und dem unerlaubten Gewerbehandel mit Tieren auch noch Steuerbetrug hinzu zu ziehen ist. Gehen wir einmal davon aus – bei 365 Tagen -, dass nur jeder 4 Tag ein Hund den Besitzer/In gewechselt hat, so kommen wir auf folgende Rechnung: 91,25 x 250 gleich 22.812,50 Euro nicht versteuerte Einnahmen nur mit der Tierhaltung. Da kommen dann noch die Einnahmen aus den diversen Veranstaltungen (preislich mindestens 150,00 Euro),welche ebenfalls nicht ordnungsgemäß abgehalten wurden, wie: Tier-Psychologie, Hütten, Grundwissen über Border Collies.usw.
Auf die Frage- Wieso wurden die dort anwesenden Tiere nicht beschlagnahmt und in bessere Hände gegeben?
Wurde uns gegenüber gesagt: „Ein Tierhaltungsverbot kann nur verhängt werden, wenn zuvor schwerwiegende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt wurden.Dies war bei den erfolgten Überprüfungen nicht der Fall.“
Auch 2009 wurde erneut massiv auf Missstände in Brokeloh hingewiesen.
Zitat: „wir haben in einer kleinen Gruppe schon letztes Jahr versucht was zu unternehmen um dem Leid der Hunde ein Ende zu bereiten, nur leider sind wir nicht gehört worden und der Amtsvet damals in Brokeloh hat genauso wenig unternommen wie der jetzt… Auflage gegeben die Hunde von 42 auf 20 zu reduzieren und das war es.“
Bei der Größe des Gebäudes in Brokeloh, hätten die Behörden reagieren müssen.
Oder „Gefu?ttert wurde bei den Besuchen das Fleisch u?ber den Zaun. Das Rudel stritt sich um die Futterreste. Rangniedrige Hunde kamen nicht ans Futter. Der Streßpegel der Tiere war sehr hoch.“
Bereits 2007/2008 gab es in Brokeloh deutliche Anzeichen, dass dort das von Frau K. betriebene „Haus der Qualen“, nur einem Zwecke diente. Aussagen sollen bereits im dem Jahr vorgelegt haben.
„Auf ca. 100 qm Wohnfläche lebten derzeit folgende eigene Hunde von Frau K.:
15 Border Collies (Glenn, Merlin, Annie, Zoe, Katie, Carmen, Mary, Charon, Tavi, Talli, Davy, Finn, Sam, Ken, Fly),
6 Dackel (Aida, Francis, Franky, Tiggerlilly, Emily, Molly),
5 Doggen (Koks, Feli (blind+taub), Honey, Koka, Shiwa),
4 weitere Hunde (Labrador-Doggen-Mix Rexine, MastinoMöni, Pointer Beauty + Mix Mowgli) und min. 3 Katzen plus diverser Pflegehunde/-welpen, verteilt auf die einzelnen Räume, auch wenn Frau K. außer Haus war (teilweise weit über 12 Stunden). Die Hunde wurden auf einzelne Räume verteilt und sich selbst überlassen.
Im Schlafzimmer wurden 4 Doggen und die gesamten Dackel gehalten; der Fußboden dort war mit Urin und Kot verunreinigt, ebenso die Möbel. (Anmerkung der Redaktion: Das Schlafzimmer ist von außen ohne Probleme einsehbar).
Einige Hunde (div. Border, Mastino (inkontinent) und der Labrador-Mix) wurden immer wieder über viele Stunden in Boxen verwahrt, ohne sich lösen zu können. Einer der Border wurde ausschließlich in einer Box im Haus oder angeleint im Hof (auch bei kalter Witterung, dann allerdings mit Mantel) gehalten, da er angeblich absolut unverträglich war. Eine Borderhündin (Fly - Panikhund) wurde ausschließlich im Haus (Treppenhaus) gehalten, da eine Annäherung/Anfassen unmöglich war - diese hat seit ihrer Ankunft in 2008 bis 2009 (Auszug Frau K.) niemals das Haus verlassen.
Das gesamte Haus, alle Räume inkl. Küche + Schlafzimmer waren Urin- und kotgetränkt. Der Geruch war bereits auf dem Hof, vor verschlossener Haustür (!), zu bemerken.
Die Hunde (insb. die Border) waren in schlecht gepflegtem Zustand (mager, verfilzt, stinkig) und zeigten zunehmend (teilweise massive) Verhaltensstörungen: Aggressivität untereinander und Menschen gegenüber, Angstverhalten und stereotype Verhaltensweisen (z.B. im Kreis rennen). Hunde die Verletzungen aufwiesen (untereinander beigebracht, einem Border (Glen) wurde z. B. das halbe Ohr abgerissen/-gebissen – dies geschah nach Aussage von G.K. während einer Auto-Fahrt), wurden von ihr selbst notdürftig behandelt.
Blinde können bekanntlich nichts sehen, andere schon. So besagt eine Zeugenaussage:
„In der Diele sahen wir mehrere Kothaufen auf dem Boden. In der kurzen Zeit die wir da waren (keine Stunde lang) haben zwei Hunde in die Küche, bzw. auf das Sofa gemacht (Haufen). Wir wiesen Frau K. darauf hin, sie bemerkte es nicht mal. Sie nahm ein Tuch und entfernte die Haufen ganz selbstverständlich. Viele Hunde wirkten hektisch und gestresst. Es war laut, chaotisch und es stank!“
All diese Anzeichen hatten die Beamten der Behörde nicht bemerkt. Es wurde im Gegenteil festgehalten, gemäß der Stellungnahme, dass eine solche Situation im Einklang mit dem Tierschutzgesetz zu sein scheint. Denn anders lässt es sich nicht mehr erklären, warum hier keiner gehandelt hatte.
Auch in Brokeloh kam es dazu, dass Tiere starben, die Stellungnahmen besagt: „Die bei dem Vororttermin vorgefundenen Tiere waren in einem guten Ernährungs- und Pflegezustand. Erkenntnisse über Tiere, die aufgrund von schlechten Haltungsbedingungen verstorben sind, liegen hier nicht vor. Das alleinige - ggf. natürliche - Versterben von Haustieren kann zudem nicht zwingend als Verdacht auf eine tierschutzwidrige Haltung gesehenen werden.“
Wenn denn mal die Tiere alle so gegen 12 oder gar 14 Jahre alt gewesen wären, würde hier bestimmt keiner etwas sagen. Allerdings bei Tieren, die im Durchschnitt nicht einmal 5 Jahre alt sind, ist ein versterben sehr wohl verdächtig.
Die Frage aller Fragen bleibt unberührt und auch hier genauso wie im Zarrenhof, keiner hat etwas gesehen, bemerkt, gehört oder gar gerochen. Dies kann man für alle beteiligten Beamten und Tierärzten, die nie etwas bemerkt haben wollen attestieren.
Die Bürger, die sich versucht haben, gegen diese Missstände zu wehren, darauf aufmerksam zu machen, wurden einfach ignoriert. Ist das der Schutz, der Lebewesen in Landkreis Nienburg?
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Quelle: Bildmaterial vom Zarenhof

