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75 Jahre Feuerwehr Lindsburg der Familien und WettkampftagDer Vorabend muss noch sehr lustig geworden sein. Die Band spielte bis drei Uhr Morgens und ab dem Zeitpunkt nur noch bis fünf Uhr Disko. Also wer so lange am Feiern ist, da kann es nicht langweilig gewesen sein, eher im Gegenteil. Sowas erfreut uns, wenn wir es von mehreren Seiten auch noch bestätigt bekommen. Sven Plathe sah aber dementsprechend aus. Das Bett hatte er in dieser Nacht nicht wirklich gesehen.

Der heutige Tag stand unter dem Motto: Familie und Wettkampf der großen Brummer (Löschfahrzeuge mit Team). Es waren zusätzlich vor dem Zelt THW, einige Rettungswagen und weitere Fahrzeuge platziert. Man wollte eben auch mal zeigen, was noch in dem Bereich Feuerwehr und Sicherheit dazu gehörte.
Einer der Aussteller war Jens Thürnau mit seinem kleinen Unternehmen. Er hat sich auf die Ausstattung für Feuerwehr, Bundeswehr und Rettungsdienst. Im Übrigen hatt er der Siegermannschaft einmal komplett mit den neuen Hemden für die Feuerwehr als zusätzlicher Gewinnerpreis gespendet.

Hier nahmen wir einmal die Chance am Wickel und erkundigten uns, ein wenig darüber, was so eine Ausstattung eines Feuerwehrmannes / Feuerwehrfrau so kostet. Wir staunten nicht schlecht, als wir erfuhren, dass eine komplette Ausstattung vom Stiefel bis Helm mal rasch an die 1.500 Euro gehen kann und das ist nicht einmal die Obergrenze. Umso mehr man auf speziell Einsetze als Feuerwehr geschult ist, umso teurerer ist es.  Was aber auch klar sein sollte, denn es kommt auch auf die Sicherheit an. Mehr Gefahr für den Einsatz, umso besser sollte die Ausstattung sein.

Die Familien, die heute zum Familientag gekommen sind, konnten beruhigt Ihre Kinder in die Obhut der Betreuerinnen geben. Heute waren die Damen wieder einmal vollzählig angetreten um Ihre Männer der Feuerwehr. Tanja Knoke, Stefanie Bämpfer und Susanne Treutz hatten sich heute voll dem Motto: Kinder gewidmet. Mit viel Spaß und Freude sind die drei Damen in der Betreuung der Kinder aufgegangen. Manchmal hatte die eine oder die andere Dame sogar sich die Zeit genommen, um mit den Kindern zu malen.  Wir von der Redaktion sagen an dieser Stelle mal ein dickes „Danke“ an die Drei, Ihr wart echt Spitze.

Aus organisationsgründen, oder sagen wir es mal so, hätte der Wettkampf auf dem Acker stattgefunden, dann wäre es zwar für die Gäste um einiges Lustiger geworden, dafür aber nicht für die Fahrer und die Fahrzeuge, mussten die Wettkämpfe eine neben Straße weiter stattfinden. Es waren ganze 38 Züge gemeldet, tatsächlich haben 33 an dem Wettkampf teil genommen. Es war trotzdem nicht schlecht anzusehen, was da so dabei war. Von wirklich sehr jung (gerade einmal zwei Tage alt) bis hin zu sehr alten Fahrzeugen, war alles dabei.

So der eine und der andere Fahrer hatte es doch ernst genommen, was das Tournier anging. Manchmal zur Belustigung der Gäste aber auch der Kampfrichter. Die absolute Spitzenleistung lag bei nur 29 Kanistern, die mal auf einer Strecke geplättet wurden. Ein letzter Platz ist eben auch ein Platz, oder? Oh, da gab es ja noch den Schuppen, den ein Fahrer unbedingt einmal mit seinem Fahrzeug öffnen wollte. Zum Glück ist es ihm aber nicht gelungen. Das wäre bestimmt etwas geworden. In dem Augenblick blieb dem einen und anderen aber wirklich die Luft im Hals stecken. Und das nicht nur bei den Gästen, den Veranstaltern sondern auch bei den Kollegen des Fahrers dieses knappen Kunststückchens.

Wir versuchen nun einmal für die Leserinnen und Leser, die nicht anwesend waren, die Aufgabenstellung ein wenig zu erklären. Man möge uns verzeihen, wenn wir das nicht 100%tig hinbekommen.

Die Fahrer mussten eine kleine Straße im Slalom herauf um dann rechts in einen Rundparcours zu fahren, dann wieder auf die kleine Straße links rauf im unmittelbar rechts auf ein Grundstück zu kommen. Hier war dann einer der Aufgaben über einen ausgelegten Schlauch zu kommen. Extra dafür lagen zwei, ich nenn die einmal, Überfahrbretter, die von zwei aus den jeweiligen dreier Teams verlegt werden mussten. Als nächstes links in eine schmale Gasse um am Ende rechts bis eine Linie in Form eines farbigen Brettes heran zufahren. Umso dichter an dem Brett dran umso besser. Zu weit entfernt brachte genauso Minuspunkte, wie einen der Kanister an zu tickern oder gar umzufahren. Am diesem Brett musste dann rückwärts an ein zweites heran gefahren werden. Genauso, wie auf dem restlichen Parcours, standen auch hier die Kanister. Hier wieder das gleiche, umso dichter dran, umso besser. An dieser zweiten Linie mussten dann alle drei aussteigen. Einer war für das Wasser zuständig, der zweite für die Sicherung und der dritte durfte dann durch einen angelegten Tunnel um auf der anderen Seite zwei Kanister, die auf einem Stamm standen runter zu löschen. Aufgaben erfühlt. Klingt einfach und machbar. Aber mehr auch nicht. Kein Fahrer ist ohne Minuspunkte ans Ziel angekommen. Nur mal am Rande bemerkt. Die letzte Aufgabe war dann, mit dem Fahrzeug rückwärts in ein gestellt zu fahren. Dieses Gestell bestand aus einer rechten und einer Rückwand. Hier durfte nicht angehalten werden, bis die Kameraden den dazugehörigen Befehl gaben. Umso dichter man rechts an der Wand und an der Rückwand ankam, umso weniger Strafpunkte gab es. Auch dies klingt ziemlich einfach. Wer einmal so eine schwere Maschine gefahren ist, weiß ganz genau, dass das etwas mit Präzisionsarbeit zu tun hat.

Unten, wo die Familien und die Kinder Ihren Spaß hatten sind wir selbstverständlich auch immer wieder hingegangen. Denn auch dort gab es einiges. So wie die Hüpfburg und das Kinderschminken, welches von der Volksbank Langendamm gesponsert wurde. Immer wieder ein Spaß für Kinder. So liefen doch einige sehr bemalt durch das Zelt. Zum Glück für die Kinder waren die Malerinnen der Bank sehr talentiert. So bekam jedes Kind seine Wunschbemalung. Und wie schon kurz angeschnitten, waren da ja auch die drei Betreuerinnen, die nur für die Kinder da waren. Auch den Gaumen war etwas dabei. So haben Frauen aus Linsburg den kompletten gesponsert. Mal ganz davon abgesehen, die Torten und Kuchen haben wirklich super lecker geschmeckt. Wem dies zu viel Leckeres war, der konnte sich draußen vor dem Zelt mit Bratwurst und Pommes für sein leibliches Wohl sorgen. Und wo Kinder sind, da darf der Eismann von Linsburg nicht fehlen, auch dieser hatte sich am Familientag dort blicken lassen. Nicht nur zur Freude der Kinder.

Oben gingen währenddessen die Wettkämpfe weiter. Kein Gast konnte behaupten, hier wurde es einem Langweilig. Interessant war, dass auch an diesem Tag der Bürgermeister nicht nur anwesend war, sondern auch tatkräftig mitwirkte. So war er sich zum Beispiel nicht zu schade und hat ebenfalls Bratwurst und Pommes verkauft. Da sollten sich einmal der eine und andere Bürgermeister mal eine Scheibe abschneiden. Das ist nicht nur Bürgernähe, sondern wirklich dienst am Volke.

Bei so einem Rennen gibt es manchmal so was wie ein „OH oder ein „AH“. Bei dem Fahrer, der locker die 29 Kanister geplättet hatte, waren so einige „OHS“ und „AHS“ dabei. Ist eben echt eine Spitzenleistung. Wir fragten uns: „Bekommt der eine Prämie für jeden Kanister, den er trifft? Spaß muss sein. Wir sind uns sicher, dass dieser Fahrer im normalen Einsatz doch viel sicherer fährt und nicht so viel demoliert wie hier auf dem Wettkampf.

Ein wenig hellhörig wurden wir dann bei der Startgruppe 14. Was war nun da besonders Interessant? Ein Fahrzeug, eine Strecke und ein Ziel. Hm… Wenn da nicht das besondere dran gewesen währe. Diese Truppe bestand nämlich aus Frauen. Jo, drei Damen die es in sich haben. Gestartet aus Spaß und dann die gleiche Leistung wie die Herren. Die Fahrerin, Jennifer Raabe ist gerade einmal 25 Jahre alt. Ihre Mitstreiterin Bianca Barse und Ingrid Lühring, hoffe, dass ich die Namen richtig geschrieben habe, machten aber ernst. Ihr Ziel war, in die TOP 10 zu kommen. Bei 33 Teams eine wirkliche Herausforderung.

Nachdem diese Truppe Ihre Aufgabe erfühlt hatte, haben wir uns einmal diese drei Damen ein wenig näher angeschaut. So konnten wir erfahren, dass Jennifer schon seit sie klein war, einmal ein Feuerehrauto fahren wollte. Bianca ist da so reingerutscht, weil Ihr Ehemann bei der Feuerwehr ist. Das gleiche gilt für Ingrid. Wie wir weiter erfuhren, wollen diese drei Damen der Männerdomäne erst recht einmal zeigen, was Frauenpower bedeutet. Wir sind schon gespannt, wie sie hier abschneiden.
Mal so neben bei bemerkt, eine dieser Damen spielt zudem schon seit 17 Jahren im Spielmannszug und ist obendrauf auch noch als Sani tätig. Hut ab.

Der Wettkampf neigt sich dem Ende zu. Nur noch zwei Teams am Start. Als letzte Gruppe auch hier die Gastgeber. Eine enorme Belastung, als Gastgeber und dann noch als letzte Truppe starten. Man kennt so das eine und andere Ergebnis und will sich ja nicht blamieren. Also, rann an den Start und einmal tief durchatmen.

Nach dem letzten Start ging es dann für alle zum Siegerehrung ins Zelt. Hier wurde auch schon auf die jeweilige Platzierung gewartet. Die Gastgeber machten sich für die Ehrung bereit, sie mussten nur noch auf die Ergebnisse warten. So eine Auswertung geht nicht mal eben so. Aber der gute Nils war gut vorbereitet, so dass er doch recht schnell die Ergebnisliste und die dazugehörigen Urkunden ins Zelt bringen konnte.

33 Teams waren gespannt. Wo sie an diesem Wettkampf den standen. Hier war zwar auch das Kameradendenken anwesend, aber doch wollte jeder eins: Gewinnen! Man macht ja nicht nur aus Langeweile bei einem Wettkampf mit. Die Platzierungen wurden dann endlich bekannt gegeben. Unter den ersten 15 bekannt gegebenen Teams war die Mädeltruppe nicht. Auch hier wurde vom letzten Platz hin zum ersten Platz aufgezählt. Die Stimmung im Zelt nahm deutlich zu, den es ging auf die ersten 10 und auch hier, keine Mädeltruppe. Was also bedeutet, sie haben ihr Ziel erreicht in die TOP 10 zu kommen.

Und in der Tat, bei Platz 8 war es so weit. Normalerweise wurde einer aus dem jeweiligen Team nach vorne geholt. Da es aber was Besonderes war, dass dieses Team aus Frauen bestand, durften sie alle Drei nach vorne kommen. Eine echt erstaunliche Leistung. Mit viel Applaus wurden Sie dann durch die Anwesenden Männer geehrt. Und tja, was soll man sagen, durch diese Platzierung angetrieben, werden wir diese Damen wohl nun öfter mal bei einem Wettkampf sehen. Denn dieser hier war ihr erster.

Wir haben uns lange Gedanken gemacht, welches Bild wir für diesen Artikel verwenden sollten. Wir haben uns für den kleinen Mann entschieden. Einen dicken Dank an die Mama. Uns bleibt nur noch eins zu sagen: Linsburger, Ihr wart echt super und wir freuen uns schon auf die nächste Einladung zu einer Eurer Veranstaltungen. Selbstverständlich, steht es euch frei, unsere Bilder für den Privatzweck herunter zu laden.

Hier die Bilder der Feier:
Tag eins
Tag zwei und von der Party
Tag drei
sowie die Berichte:
Tag ein
Tag zwei