| 09. Mai 2010
Nach Informationen des DGB Nienburg haben im Jahr 2009 5.557 sozial versichert Beschäftigte im Landkreis Nienburg ihren Job verloren*. Doch fast ebenso viele haben durch hohe Fluktuation am Arbeitsmarkt auch wieder einen neuen Job gefunden.
„Während die einen arbeitslos werden, finden andere zum Teil auch in der Krise noch einen neuen Job“, sagte DGB-Regionssekretär Tom Seibert und betonte, dass wegen der nach wie vor großen Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt das Entlassungsrisiko der Beschäftigten weit größer sei als häufig unterstellt. Immerhin jeder 6. Beschäftigte (17,9 %) ist im Laufe des vergangenen Jahres arbeitslos geworden. Andere hingegen haben auch im Krisenjahr 2009 wieder einen Job gefunden, so dass der Beschäftigungsbestand erfreulicherweise per Saldo gehalten werden konnte. **
Es sei erschreckend zu sehen, dass viele neue Arbeitslose direkt ins Hartz IV-System abrutschen, sagte Seibert „Bereits ein Viertel derjenigen, die aus sozial versicherter Beschäftigung arbeitslos werden, geraten in die Hartz IV-Falle. Obwohl sie zuvor Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt haben, erhalten sie keine oder eine so niedrige Unterstützungsleistung der Arbeitslosenversicherung, dass sie verarmen und auf staatliche Fürsorge angewiesen sind.“
„Um das Verarmungsrisiko von Arbeitslosen zu verringern, sollten befristet Beschäftigte bereits dann Leistungen der Arbeitslosenversicherung erhalten, wenn sie in den letzten drei Jahren vor der Arbeitslosigkeit mindestens ein Jahr sozial versichert beschäftigt waren“, forderte Seibert. Bisher würden nur Zeiten der letzten zwei Jahren berücksichtigt. Darüber hinaus plädiere der DGB für ein befristetes Überbrückungsgeld von einem Jahr für alle Arbeitslosengeldempfänger, die in der aktuellen Krise unverschuldet arbeitslos werden. „Es ist schon schlimm, dass etliche Beschäftigte allein wegen der Spekulationen der Finanzhaie ihren Job verlieren. Nun muss verhindert werden, dass Menschen, die jahrelang gearbeitet haben, nicht nach kurzer Zeit verarmen und den Gang zu den Hartz IV-Behörden antreten müssen“, betonte Seibert.
Hintergrund:
* Knapp 90 Prozent dieser Arbeitskräfte waren zuvor auf dem regulären Arbeitsmarkt beschäftigt. Dies waren rd. 5.100 Menschen, die ihren sozial versicherten Job auf dem ersten Arbeitsmarkt verloren haben. Weitere 643 Menschen übten zuvor eine befristete Beschäftigung auf dem zweiten Arbeitsmarkt aus, die öffentlich gefördert wurde.
** Von September 09 bis September 09 veränderte sich die Zahl der sozial versicherten Beschäftigten nur geringfügig um 62 auf 32152. Stellt man diesem Beschäftigungsbestand Übergänge von Beschäftigung in Arbeitslosigkeit gegenüber, so sind im Laufe des Jahres immerhin 17,9 Prozent arbeitslos geworden. 6053 der Beschäftigten wurde im Krisenjahr 2009 entlassen und 5043 eingestellt.
Quelle:
DGB Region Niedersachsen-Mitte
Otto-Brenner-Straße 1, 30159 Hannover
0511-16387-23
0170 6344955
Fax 0511-16387-34
http://www.niedersachsen-mitte.dgb.de




...
...