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Stadtverwaltung Nienburg

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Stadt Nienburg/Weser
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Stadtverwaltung
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Donnerstag                                       
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Freitag                                              
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Buko_Wuppertal_2010_GB_Nds

Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten tagte in
Wuppertal

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nienburg, Flora Auf dem Berge, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros Niedersachsen, nahm an der 20. Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Wuppertal teil. Zwei Tage setzten sich 350 Akteurinnen aus ganz Deutschland mit Geschlechterrollen und –Kultur auseinander und diskutierten in der historischen Stadthalle in Wuppertal über neueste Daten und Fakten zur Situation der Gleichstellung.

Ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, mindestens 40 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen und einen gesetzlichen Mindestlohn für alle Branchen. Das fordert die 20. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen und Gleichstellungsbeauftragten.

Frauen verdienen in Deutschland durchweg weniger als Männer.
Das geht aus neuesten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2009 hervor. Im Schnitt verdienen danach Frauen 15,08 Euro in der Stunde, Männer 19,50 Euro. „Der Gehaltsunterschied ziehe sich quer durch alle Branchen“, so Petra Ganser (ver.di) Referentin des Bundeskongresses und stellt fest: „70 Prozent der Beschäftigten im Niedriglohnsektor sind weiblich“. Sie gehe davon aus, dass eine Lohnuntergrenze das ganze Lohngefüge stabilisiere und damit auch der Einkommensabstand zwischen Männern und Frauen abnehme.
Frauen in Führungspositionen sind in Deutschland selten.
Im internationalen Vergleich gehöre die Bundesrepublik inzwischen zu den Schlusslichtern: Während in Norwegen der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten bei 42 Prozent liege, seien Frauen in Deutschland mit 13 Prozent in den Führungsetagen völlig unterbesetzt. Deutschland liege damit noch hinter Litauen (15 %) und Bulgarien (17 %). Diese Situation sei skandalös sagte Ramona Pisal (Deutscher Juristinnenbund) auf der Bundeskonferenz. „Die freiwilligen Selbstverpflichtungen der Unternehmen gehen ins Leere“. Deutschland solle es Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Schweden nachmachen, die den Unternehmen gesetzlich vorschreiben wollen, wie viele Sitze in Aufsichtsräten und Vorständen von Frauen besetzt werden müssen. Nur dann hätten diese in Deutschland und den meisten Nachbarländern in Zukunft eine Chance auf Spitzenpositionen.
Ultima Ratio: Privatwirtschaft könnte verpflichtet werden
„Wenn sich in Zukunft nicht genügend Unternehmen selbst verpflichten, mehr Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, dann werden wir im äußersten Fall eine Mindestanteilsregelung im Stufenplan festlegen“, bekräftigte Eva-Maria Welskop-Deffaa Abteilungsleiterin für Gleichstellung im Bundesministerium für Frauen und Familien und verwies auf den Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Dort hatten sich CDU und FDP auf einen Stufenplan für mehr Frauen in Führungspositionen verpflichtet. Die Sprecherinnen der Bundeskonferenz begrüßen die Initiative der Bundesregierung. Wichtig ist jedoch, so Roswitha Bocklage, Wuppertaler Gleichstellungsbeauftragte und Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros, dass der Stufenplan keine Zukunftsvision bleibe, sondern so bald wie möglich umgesetzt werde. Deshalb werde die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros (BAG), in der auch die Landesarbeitsgemeinschaft Niedersachsen (lag) vertreten ist, die weiteren politischen Schritte aufmerksam begleiten.